Leserbriefe – Claus Probst, Teil 2

Nun, er lässt sich nicht lumpen, der Ton wird rauer, die Grammatik und Argumentation aber leider nicht besser…

Gibgut8 meint:

Ach, komm schon, Mann! Wenn du schon jemanden gezielt beleidigst, dann steh wenigstens dazu!
Und tu nicht im Nachhinein so, als hättest du es gar nicht so gemeint, nur um ein paar Zeilen später schon wieder den Schlaumeier rauszuhängen und mir spitzfindige „Ratschläge“ zu erteilen.
Wenn du jemandem unterstellst, er hätte beim Schreiben vor lauter Geilheit die Tastatur vollgesabbert, dann zählt das GANZ SICHER nicht zum eher feinsinnigen Genre der Satire! Solltest du das allen Ernstes glauben, dann verpass so einen Spruch bei Gelegenheit einem Typen, der dir Auge in Auge gegenüber sitzt! Aber halte dir dabei besser prophylaktisch eine Hand vor die Nase!
Jetzt auch noch von freier Meinungsäußerung rumzujammern, nur weil ich mich nicht von jedem selbsternannten Verbalhenker persönlich beleidigen lassen will, ist ja wohl echt das Allerletzte! Ich weiß, im Internet lässt so mancher alle Schranken fallen, aber würdest du so etwas als Journalist deinem Chefredakteur vorlegen, der würde dir mit Sicherheit was erzählen! Und bestimmt nicht über freie Meinungsäußerung.
Wenn du also wirklich niemanden beleidigen willst, dann: LASS ES DOCH EINFACH!

Also das kann ja noch ein interessanter Schriftwechsel werden, wenn man mir schon nach der zweiten Nachricht subtil Schläge androht… das kenn ich eigentlich sonst nur von schönen, starken Frauen.

Versuchen wir also auf unsere ganz eigene salomonische Art zu schlichten…

Mein lieber Herr Probst,

haben Sie als bedeutendster Autor der deutschen Nachkriegsgeschichte (und damit meine ich selbstverständlich die Varusschlacht) an Ihrem Wochenende eigentlich nichts anderes zu tun, als dem unbedeutendsten Blogger seit Erfindung der Höhlenmalerei Hassmails zu schreiben? Nicht, dass Sie sich eine ähnliche Briefwechsel-Romanze wie zwischen Johan Wolfgang von Goethe und Charlotte von Stein erhoffen, denn dann müsste ich Ihr Werben eindringlich abweisen. Wenn nächste Woche übrigens „Die Bunte“ schreibt: „So traurig ist das Leben des zukünftigen (mehrmaligen) Literatur-Nobelpeisträgers“… von mir haben die das nicht, das schwöre ich Ihnen.

Und noch einmal: Es handelt sich bei meiner Rezension lediglich um eine persönliche Meinung zu Ihrem bedeutenden Werk „Nummer Zwei“. Da ich Sie nicht persönlich kenne, kann ich mir auch über Sie kein Urteil erlauben und hatte dies auch niemals vor. Im Übrigen tue ich nicht so, als hätte ich es nicht so gemeint, ich habe lediglich mit einem feinen Hauch Ironie angedeutet, dass Sie eine negative Kritik an Ihrem Buch gleich als negative Kritik an Ihrer Person aufnehmen. Zugegebenermaßen scheinen Sie mir ein sehr dünnes Fell zu haben, weshalb es vielleicht nicht die beste Wahl ist, Bücher zu veröffentlichen. Könnte auch mal zu negativer Kritik führen… hab ich jedenfalls gehört.

Nun, ich weiß ja nicht, was für Andere Satire ist, aber Fips Asmussen ist es definitiv nicht, da muss ich Sie enttäuschen. Und würde ich meine Rezension dem Redakteur eines Satire-Magazins vorlegen, würde er sie wohl als noch etwas zu weich deklarieren und mich zu mehr Ironie auffordern.

Ich weiß allerdings, was eine versteckte Drohung ist und möchte Sie da doch um ein bisschen Contenance bitten. Ich weiß, im Internet lässt so mancher alle Schranken fallen (Schranken? Das müssen Sie mir noch mal erklären…), aber mich beeindrucken Sie mit Ihrem adrenalingetriebenen Brustgetrommel relativ gar nicht. Das ist wohl eher peinlich für Sie, man sollte doch meinen, ein so wortgewandter Autor wie Sie könnte sich besser ausdrücken. (Grüße an Ihre Lektoren!) Zudem werde ich mir weder im Internet noch sonst irgendwo meine Meinung von irgendjemandem mit dem Demokratieverständnis eines Kim Jong-Un verbieten lassen. Da können Sie mir auch gegenübersitzen und mit Ihren Fäusten Ihre Prüfung für das Fernstudium zum Schönheitschirurgen in meinem Gesicht ablegen. Solang ich leb, red ich. (Nehmen Sie das jetzt bitte nicht als Anlass, mir gedungene Mafia-Killer auf den Hals zu hetzen. Vor allem nicht meine eigenen, versteht sich.)

Vielleicht können wir jetzt ja mal auf meine sachliche Kritik zurückkommen und Sie mögen mir erklären, welches Trauma denn wohl den Vater des Mordopfers dazu bringt, auf Fräulein Bölls Brüste zu starren? Oder den Polizeipsychologen – der extra für solche Gespräche ausgebildet ist – dazu bringt, fast zu weinen, als Fräulein Böll stahlhart – wie sie nunmal ist, neben einem Kunstwerk der Natur und der intelligentesten Frau jenseits und diesseits des Äquators, um nichts auszulassen – die Fakten schildert? Na? Warum stiehlt ein Mann, der seine kleine Tochter bei einer Naturkatastrophe verloren hat, eine nackte Leiche einer 17jährigen aus dem Wald und bettet sie in seine Kühltruhe? Naaa?

Ich gebe es zu: Ich halte Ihr Buch für so bedeutend, dass man es 2.000 Jahre wegschließen sollte, damit es später als Vermächtnis an unsere Nachfahren weitergegeben werden kann. Die Welt ist einfach noch nicht bereit dafür.

Mein lieber Herr Probst, wenn Sie nicht mit Kritik umgehen können: Dann lassen Sie es doch einfach.

Es grüßt gelangweilt

The kleine, unbedeutende Bookfather

 

Nachtrag: Herr Probst hat jetzt meine gesamte Rezension samt seiner abstrusen Kommentare bei Amazon löschen lassen. So kann man natürlich auch mit negativer Kritik umgehen…

Advertisements

6 Gedanken zu “Leserbriefe – Claus Probst, Teil 2”

  1. Guten Abend oder gute Nacht?

    Jetzt musste ich mir doch mal die ganze Geschichte durchlesen und was soll ich sagen? Äußerst amüsant! Vielleicht amüsanter als die Lektüre des Buches?

    Ich finde es immer sehr schade, wenn Autoren nicht mit der Kritik umgehen können. Sicherlich kann man sich hin und wieder über die Wortwahl streiten (auch ich neige da gerne zu Übertreibungen), aber ein Buch lebt doch dadurch, dass es aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird und das möglichst intensiv. Was intensiv geliebt werden kann, kann genau so intensiv „gehasst“ werden. Wenn eine Geschichte polarisiert, finde ich das viel spannender als wenn alle Welt sie einhellig liebt. Deswegen kommt „Nummer Zwei“ nun auch auf meine Wunschliste. Insofern hast du Herrn Probst ja doch noch mal was Gutes getan. Er sollte seine Abwehrhaltung überdenken!

    Liebe Grüße

    Melanie

    • Guten Morgen! (Das ist definitiv richtig…)
      Wie heißt es so schön? „Selbst schlechte Publicity ist gute Publicity“, daher kann ich seine Aufregung auch nicht wirklich nachvollziehen. Im Übrigen habe ich das Buch keineswegs gehasst, ich war nur durchweg genervt von dieser Rumgeseierei über die Hauptdarstellerin und die absurde Story. Ich habe das Buch vorab zwei schönen, starken Frauen aus meinem Freundeskreis gegeben und die fanden es beide toll, so viel mal dazu. Nur ist mein Literaturgeschmack anscheinend ein gänzlich anderer, was soll’s? Persönlich fand ich meine Rezension auch gar nicht beleidigend, ich wollte eher durch meine Übertreibung auf seine Übertreibungen hinweisen… na ja, wahrscheinlich sieht Herr Probst sein Buch als sein Baby an und verteidigt es wie eine Löwenmama. Solange er dabei einen gewissen Stil und Respekt nicht verloren hätte, wäre mir das ziemlich egal gewesen…
      Hoffe, ich durfte dich verlinken, dein Name passte einfach zu gut!
      Viele Grüße
      Philipp

      • Guten Morgen! (Passt auch!)

        Ich fand deine Rezi auch nicht beleidigend, eigentlich hat sie sehr gut unterhalten und war witzig. Ich habe schon schlechtere Negativmeinungen gelesen. Deswegen sollte man sich erst recht nicht aufregen, weil sie dazu einlädt sich ein eigenes Bild zu machen. In jedem Fall war die Autorenreaktion nicht adäquat.

        Nein, nein! Das hilft doch dabei, unsere offensichtlich unoffensichtlichen Machenschaften zu verschleiern. Ein kluger Schachzug!

        Liebe Grüße

      • Wenn du jetzt noch das Wörtchen „eigentlich“ weggelassen hättest… aber Schwamm drüber, ich schieb’s auf den Montag.
        Auch, dass du so öffentlich die von mir vorab geleugneten Verstrickungen ausposaunst… hoffentlich bekommt Sam Giancana davon keinen Wind, sonst gibt’s wieder ein groteskes Gemetzel.

      • Passt! Schweig. Das gehört zur noch offensichtlicheren … ich meine: Wovon redest du da bitte?

        Was hat man gegen „eigentlich“. Ich finde Ursprünglichkeit sehr wichtig und jeder sollte sie erkennen, aber manche kratzen nur an der Oberfläche und ziehen daher falsche Schlüsse. Also nichts da Montag, das ist eigentlich auch nur ein ganz gewöhnlicher Tag. Der Arme!

      • Ich habe keine Ahnung wovon ich rede, frag Herrn Probst. Vielleicht sollten wir uns aber doch eher unauffälligere Decknamen ausdenken, wie „Buchecker“ oder „Buchstütze“… wegen Sam, mein ich.

        Nun, der große Bruder „eigentlich“ ist leider zumeist mit seiner kleinen Schwester „aber“ unterwegs, die echt nervt und immer alles kaputt macht. Deshalb hat auch Brüderchen einen schweren Stand, man kann sich seine Verwandtschaft ja leider nicht aussuchen.
        Du hast recht, ich werde mich persönlich beim Montag entschuldigen, verzeih mein Wochentag-Mobbing…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s