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Mal unter uns, ich bin ja auch ein Sportfan und schaue mir gerne Live-Übertragungen im Fernsehen an. In den letzten Jahren bin ich aber immer mehr entsetzt über die Entwicklung der Sportlergehälter, nicht nur im deutschen Fußball, sondern auch im Vorreiterland USA. Was dort dafür gezahlt wird, einen Ball in einen Metallring zu werfen, einen Ball mit einem Knüppel wegzudreschen oder ein Lederei zu fangen, spottet jeglichem gesunden oder ungesunden Menschenverstand.

Aber selbst diese Gehälter muten wie Peanuts an, wenn man sich einmal die Dimensionen des an diesem Wochenende anstehenden Boxkampfes vergegenwärtigt. Für den Kampf Mayweather – Pacquiao liegt die Gesamtbörse bei bis zu 400 Millionen Dollar (abhängig vom Pay-Per-View). In Worten: Vierhundert Millionen. Dafür, dass sich zwei Männer eins auf die Lippe geben. Wovon sich einer noch „Money“ nennt und von sich selbst sagt, er habe mehr Geld, als er jemals ausgeben könne.

Money MayweatherNoch Fragen?

400 Millionen Dollar, damit sich zwei Männer zwöf Runden lang gegenseitig versuchen bewusstlos zu schlagen. Während woanders Menschen ertrinken, ihr Zuhause bei einem Erdbeben verlieren oder mitansehen müssen, wie ihr Kind verhungert, entführt oder getötet wird. Für 400 Dollar könnten wahrscheinlich 1 Million Menschen in Afrika ein ganzes Jahr ihre Familie ernähren, Krankheiten könnten bekämpft werden, Wasserleitungen, Stromleitungen und sonstige nützliche Infrastruktur für 40 Millionen Dollar könnten zehn Länder der dritten Welt wirtschaftlich einen großen Schritt voranbringen.

Was ist mit uns Menschen los? Wann haben wir in der Evolution die falsche Abfahrt genommen? Möchte wirklich noch irgendjemand behaupten, wir wären die „Krone der Schöpfung“? Mal ehrlich, es lässt sich doch nicht anders als menschenverachtend, asozial und absolut pervers beschreiben, das zwei Kirmesboxern so viel Geld in den Hintern gesteckt wird, während woanders Reiskörner aufgeklaubt werden müssen, um den Tag zu überleben. Haben die denn gar kein Schamgefühl?

Wenn wir so weitermachen und den Armen durch solche Geldverschwendung direkt ins Gesicht spucken, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn bald alles vor die Hunde geht. Warum muss ich mir heutzutage eigentlich fast stündlich die Frage stellen:

In was für einer Welt leben wir eigentlich?

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